Kat-Pokal Bodensee 2014 & offenes Training

Marc Kühn GER002

Selten war die Vorfreude auf das jährliche Katamaransegeln-Event in Lindau-Zech so groß wie dieses Jahr: Bereits seit Wochen wurde geplant, besprochen und herumtelefoniert. Das lag zum einen daran, dass Gerds Schmitzers Idee im Vorfeld ein offenes Training abzuhalten umgesetzt wurde. Zum anderen daran, dass für die Formula16 Klasse im jährlichen Nord-Süd-Turnus der TSG-Zech zum zweiten Mal die Internationale Deutsche Bestenermittlung austragen sollte. Weil der Katpokal auch zur Formula18 Rangliste zählt, gab es also Einiges zu tun für das Organisationsteam.

 

Es begann also alles damit, das am Wochenende des 12./13. August bereits einige Teilnehmer anreisten um am Katseglertreffen mit offenem Training teilzunehmen. Das waren zum einen die Bigge-Segler die gleich zwei bis drei Wochen Urlaub am Bodensee mit den beiden Events verbanden, des weiteren gab es bereits eine Anreise über das Wasser vom 70km entfernten westlichen Ende des Bodensees. Das Training verlief im lockeren Rahmen, am Samstag wurde ca. 2 Stunden gesegelt, wobei ein kleiner Dreieckskurs gelegt wurde. Mit kurzen Starts konnten die Teilnehmer bereits Vergleiche zu anderen Booten ziehen und wurden vom Begleitboot aus mit Trimmtipps versorgt. Der Wind hielt sich (wie leider fast die ganze restliche Woche) dann aber in Grenzen, so dass mit Theorie und Bootstrimm auf dem Land fortgefahren wurde. Aufgeteilt in zwei Gruppen (Spiboote analog große Texelgruppe und Boote ohne Spi getrennt) wurde bei schönstem Wetter das Rasengelände genutzt um die Katamarane von allen Seiten und unter allen Trimmaspekten durchzusprechen. Mit Sicherheit hat der ein oder andere erstaunt feststellen können was aus seinem Boot bzgl. der Segeleigenschaften und Performance herauszuholen ist. Dies sollte ja dann am kommenden Wochenende beim Katpokal unter Beweis gestellt werden.

Wochenende 19./20. August. Bereits ab Freitagmittag reges Treiben beim TSG-Zech. Bei heißen, sommerlichen Temperaturen hält sich das Gros der Segler mit ihren Booten im Schatten auf und vertreibt sich die Zeit mit Seglerschnack. Leider war die ganze Woche aufgrund der Hochdrucklage nicht viel Wind, die Prognosen für das Wochenende noch unentschlossen. Wohl dem der das Wochenende zuvor schon sein Boot fix und fertig aufriggen konnte. Ich wechselte noch eben die Trapezdrähte durch neue Dyneematrapeze und holte dann meine Vorschoterinfreunding Mandy am Lindauer Bahnhof ab. Um halb neun stand dann die Jahreshauptversammlung der Nacra-Prindle KV an. Im gemütlichen Rahmen am Katseglertisch wurde mit großem Applaus der leider scheidende Vorstand um den 1. Vorsitzenden Meinolf Menneckes einstimmig entlastet und verabschiedet. Die anwesenden Mitglieder beriefen per Neuwahl Gerd Schmitzer als 1. Vorsitzenden in Amt und bestätigten Peter Link als 2. Vorsitzenden. Die Aufgabe des Regattawarts fiel mir zu Für den scheidenden Westwindredakteur Bernhard Kann wurde leider kein Ersatz gefunden, Bernd bleibt uns aber als Beirat zusammen mit Johannes Kemler und Markus Enzensperger erhalten.

Der Samstagmorgen begrüßt mit Sonnenschein, noch ist Hoffnung auf den angekündigten Wind aus Nordost der wegen seiner üblicherweise kräftigen Stärke Hoffnung macht. Leider scheint die leichte Föhnlage, die zwar bereits am Vortag für ein tolles Bergpanorama sorgte, dagegen zu arbeiten. Bei aufkommendem leichtem Südwest lief die Flotte aber gegen 11 Uhr aus. Die Wettfahrtleitung legte zügig einen Kus aus und gab umgehend das Startsignal. Gestartet wurde direkt unter Flagge India, was aber einen Teil der F16 & F18 Segler nicht vom Übermut abhalten sollte, doch dazu später. Dier erste Wettfahrt bescherte zwar keine Trapez-Action, war jedoch insgesamt noch akzeptabel, zumal wir ganz gut an der Spitze mithalten konnten, von Klaus Gapp auf Nacra 6.0 und Gerd Schmitzer auf F18 Infusion einmal abgesehen. Deren langjährige Erfahrung mit den Winden und dem Revier verhalfen ihnen zu respektablem Vorsprung, so dass sie den Kampf um die vorderen beiden Plätze der großen Gruppe in der offenen Wertung unter sich ausmachten, am Ende reichte es Gerd Schmitzer die notwendige Zeit auf den Sechsnuller herauszufahren und auch in der F18-Wertung vorne zu sein. In der kleinen Texelgruppe entschied Meinolf Menneckes mit Ewa Malinowska auf Prindle18 vor Franck Bigot auf Nacra 500 und Eicke Drück mit Thomas Zimmermann auf Nacra 5.7 das Rennen für sich. Mit unserem F16 Falcon konnten wir uns den dritten Platz in der großen Texelwertung sichern, in der F16 Wertung die ja auch IDB sein sollte konnten wir als zweite über die großzügig gelegte Ziellinie gehen. Eine zweite Wettfahrt wurde mit Bahnabkürzung zügig angeschossen, aber der Wind hatte bereits merklich weiter abgeschwächt. Trotz nur zwei Runden zog sich die verkürzte Wettfahrt auf fast eine Stunde und verlangte Einiges an Nerven, mit einem konzentrierten Blick konnte man aber in der Windstreifen durchaus Strecke gutmachen und so zog sich das Feld deutlich auseinander. Die Führungsgruppe bei der großen Gruppe machte das Spiel wieder unter sich aus, diesmal konnte Gerd Schmitzer aber im unteren Windstärkebereich den Spi gegenüber dem Sechsnuller nicht ausnutzen, so dass sich Klaus Gapp behaupten konnte, wieder gefolgt von uns auf dem F16.

Auch ohne AP über H auf dem Startboot war allen klar dass es jetzt an Land zurückgehen würde. Dort angekommen regte sich Unmut über die Bedingungen in der zweiten Wettfahrt, so dass ein Protest gegen die Wettfahrtleitung wegen irregulärer (Wind)Bedingungen eingereicht wurde. Nimmt man es für eine normale Regatta evtl. nicht so genau, so ist eine IDB doch ernster zunehmen, so dass die Wertung nur für die F16 mit überwiegender Zustimmung der F16 Segler annulliert wurde, mal was Neues. Eine weitere Wettfahrt war aufgrund der Flaute dann nicht in Sicht, so dass zum gemütlichen Teil übergegangen wurde. Das gleichzeitig stattfindende Hafenfest im Zecher Hafen bot diesmal auch ein etwas anderes Ambiente.

Sonntagmorgen. Sonnenschein und bereits um neun Uhr, der angekündigten Auslaufbereitschaft unglaublich drückend. Startverschiebung mit AP. An Land wird gefachsimpelt und man vertreibt die Zeit mit Begutachtung neuer Boote. Aus der französischen Schweiz ist JR angereist und sein brandneuer Nacra F16 mit überarbeitetem Carbonmast, neuem Segelschnitt und vor allem den gebogenen Schwertern ist interessant macht einen guten Eindruck. Mittlerweile ist allen klar, dass es wohl keine Wettfahrt geben wird. Wir gehen dennoch mit den Schweizern nochmals auf Wasser weil ein sich ein kleiner Wind von einer sich südwestlich befindenden Gewitterzelle eingestellt hat, für mehr als zwei Schenkel und etwas Flyern downwind reichte es aber nicht. Wir schaffen es gerade so auf die Siegerehrung zurück. Diese beschert den Teilnehmern wie immer in Zech tolle Sachpreise und diesmal handgefertigte Pokale von Bernd Kann die auch als Weinflaschenständer designt sind, tolle Sache! Als Sieger gingen nach Hause: Menneckes mit Ewa Malinowska in der kleinen Texelgruppe, Klaus Gapp und Svenja Gapp in der großen Texelgruppe und Mandy und ich bei den F16. Was bleibt ist die Erinnerung an einen toll organisierten Katpokal dem leider der Wind verwehrt blieb.

 

Gruß,

Marc, GER002